Eröffnung der Schulhofausstellung „Gegen das Vergessen“ am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

Punkt 10 Uhr riss der Himmel auf und Sonnenschein erhellte die Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung „Gegen das Vergessen“ am Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Köpenick, die am 14. September 2026 auf dem Hof der Schule stattfand. Die Ausstellung zeigt die eindrucksvollen Porträts von Holocaust-Überlebenden des Fotografen Luigi Toscano sowie Schülerarbeiten, in denen sich die Lernenden der Schule mit den Bildern und Biographien der Portraitierten künstlerisch auseinandergesetzt haben. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Gäste aus Politik und Öffentlichkeit nahmen an der feierlichen Veranstaltung teil.

Die Ausstellung verfolgt das Ziel, die Erinnerungen der letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Holocaust lebendig zu halten und ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit zu setzen. Die großformatigen Porträts zeigen Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgung und machen ihre Schicksale für die Betrachterinnen und Betrachter unmittelbar erfahrbar.

Zu den Ehrengästen der Eröffnung gehörten die Berliner Staatssekretärin Christina Henke, der Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, Oliver Igel, sowie der Antisemitismusbeauftragte des Bezirks, Arie Shulov. In ihren Grußworten betonten sie die Bedeutung der Erinnerungskultur und die Verantwortung der jungen Generation, das Wissen über die Verbrechen des Nationalsozialismus weiterzutragen. Gerade angesichts aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen und der Zunahme antisemitischer und rechtsextremer Einstellungen in Deutschland sei es wichtig, demokratische Werte zu stärken und sich gegen Ausgrenzung und Hass einzusetzen.

Auch die Schulsprecherin Lilia Jo Pattis richtete sich an die Anwesenden. Sie hob hervor, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der Geschichte für Schülerinnen und Schüler sei. Die Ausstellung ermögliche einen persönlichen Zugang zu den Lebensgeschichten der Überlebenden und erinnere daran, dass hinter den historischen Ereignissen einzelne Menschen mit ihren individuellen Schicksalen stehen. Gerade die jetzigen Schüler und Schülerinnen seien aufgefordert, heute und hier an den Holocaust zu erinnern.

Die Ausstellung auf dem Schulhof bietet den Mitgliedern der Schulgemeinschaft die Gelegenheit, sich intensiv mit den dargestellten Biografien auseinanderzusetzen. Die eindrucksvollen Fotografien laden dazu ein, über die Folgen von Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt nachzudenken und die Bedeutung von Toleranz, Respekt und Menschlichkeit zu reflektieren. In den kommenden drei Ausstellungswochen führen Schüler-Scouts Klassen und Besucher durch die Ausstellung und geben Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Mit der Präsentation von Luigi Toscanos Werk setzt das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium ein starkes Zeichen für historisches Bewusstsein und demokratische Bildung. Die Ausstellungseröffnung machte deutlich, dass aktive Erinnerungsarbeit auch für junge Menschen von großer Bedeutung bleibt und dass das Motto „Gegen das Vergessen“ nichts von seiner Aktualität verloren hat.