Lear – L106 in der Komischen Oper

“Bist du lebensmüde?” war die Reaktion einer Kollegin als ich ihr erzählte, ich hätte vor, am Donnerstag , den 24.09.2026 Barrie Koskies Neuinszenierung von Lear im Hangar 4 des Flughafens Tempelhof mit meinem Englisch Leistungskurs L106 zu besuchen.

Wir hatten uns bereits in Q2 mit Shakespeare beschäftigt, so dass dieser Besuch der Komischen Oper eigentlich wie eine konsequente Weiterentwicklung erschien, zumal Barrie Koskie ja für seine spektakulären Inszenierungen bekannt ist und alleine schon der ungewöhnliche Spielort ein aufregendes Erlebnis versprach, für uns übrigens zum Ticketpreis von 8€ – statt der regulären 110€.

Es war klar – lustig würde es nicht werden, denn Shakespeares Werk thematisiert Gier und Machthunger ebenso wie eklatante moralische Fehleinschätzungen und alles endet im Blutbad. Das eigentlich herausfordernde – insbesondere für Menschen, die sonst weder opernaffin noch – erfahren sind, war die avantgardistische Musik Aribert Reimanns, zumal in einem Ritt in 2 ½ Stunden ohne Pause.

Ich kann nur sagen, mein Leistungskurs war sehr offen für dieses Experiment und hat sich tapfer gehalten – tapferer als viele andere Besucher, die sich mittendrin hinaus geschlichen haben. Wirklich beeindruckend waren die Schlagwerktürme neben der großen quadratischen Bühne, wie erwartet, die recht karge aber effektvolle Inszenierung und vor allem der aufstrebende Star der Opernszene, Tenor/Countertenor Aryeh Nussbaum Cohen in der beinahe Doppelrolle des Edgar/Armer Tom. Auch der Operchor überzeugte, abwechselnd als Lears Höflinge und Soldaten der verschiedenen Fraktionen.

Am Ausgang gab es die wohlverdiente Belohnung in Form kostenloser Sawade-Pralinen für alle.

Susanne Weiland, Kursleitung