Exkursion der Klasse 10.4 zum Pi-Day 2026 an der TU Berlin

Am 13.03.2026 nahm die Klasse 10.4 im Rahmen des Mathematikunterrichts unter der Leitung von Herrn Heuts an der Veranstaltung „MATHINSIDE zum Pi Day 2026“ an der Technischen Universität Berlin teil. Die Vortragsreihe wurde vom Exzellenzcluster MATH+ organisiert und richtete sich speziell an Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 10.

Der Termin liegt bewusst kurz vor dem Internationalen Tag der Mathematik, der weltweit am 14. März – dem sogenannten Pi-Tag – gefeiert wird und auf die Kreiszahl π anspielt (US-Datumsformat 3.14).

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen zwei anschauliche Vorträge aus der mathematischen Forschung, die zeigten, wie vielfältig und überraschend Mathematik sein kann.

Der erste Vortrag mit dem Titel „The hero we need, but don’t deserve – auf den Spuren eines Mathe-Krimis“ von Demian Goos (HU Berlin) führte in die Geschichte der Mengenlehre im 19. Jahrhundert. Dabei ging es insbesondere um die Zusammenarbeit und den späteren Konflikt zwischen den Mathematikern Georg Cantor und Richard Dedekind. Anhand historischer Dokumente wurde deutlich, dass die Entwicklung neuer mathematischer Ideen nicht immer konfliktfrei verläuft: Dedekind warf Cantor später vor, einen von ihm formulierten Beweis nahezu unverändert in einer Veröffentlichung übernommen zu haben, ohne ihn entsprechend zu erwähnen.
Die Schülerinnen und Schüler bekamen so einen spannenden Einblick in die Entstehung der modernen Mathematik – und erfuhren, dass hinter großen mathematischen Entdeckungen oft auch persönliche Geschichten und wissenschaftliche Kontroversen stehen.

Im zweiten Vortrag „Evolution explained – dank tropischer Geometrie“ von Lena Weis (TU Berlin) ging es um Anwendungen moderner Mathematik in der Biologie. Ausgangspunkt waren sogenannte phylogenetische Bäume, mit denen die Verwandtschaft von Arten dargestellt wird. Dabei spielte neben Ideen aus der tropischen Geometrie auch die Graphentheorie eine Rolle. Die Referentin erklärte anschaulich, wie man solche Stammbäume als Graphen modellieren kann und wie Abstände zwischen Knoten genutzt werden, um herauszufinden, welche Evolutionsbäume am besten zu den vorhandenen Daten passen. Auf diese Weise wurde deutlich, wie mathematische Modelle helfen können, biologische Zusammenhänge besser zu verstehen.

Zwischen den Vorträgen hatten die Teilnehmenden außerdem Gelegenheit, eine mathematische Ausstellung zu besuchen. Dort konnten sie in besondere mathematische Bücher schauen, knifflige Rätsel lösen und sich über Studienmöglichkeiten im MINT-Bereich informieren. Zusätzlich gab es einen Fahrsimulator zum Thema automatisiertes Fahren, der zeigte, welche Rolle mathematische Modelle in modernen Technologien spielen.

Die Exkursion bot damit eine spannende Gelegenheit, Mathematik einmal außerhalb des Klassenzimmers zu erleben – und zu sehen, wie lebendig, vielseitig und überraschend Mathematik in Forschung und Anwendung sein kann.